Montag, 11. Mai 2026

Rotes Haus in Hove


Gedicht von meinem Neffen Beat

 

Das waren Zeiten! Vor dreizehn Jahren, der stolze Anfang unseres Lebens im Dorf.

Noch bis Mitte fünfzig hatte ich Kraft zum Bäumeausreißen... oder daran herumzuklettern wie ein übermütiges Kind. Was, wenn einen die Kraft verläßt? 

Man Haus und Hof nicht mehr bewirtschaften kann, permanent überfordert und zu Tode erschöpft ist? 

Arbeitsunfähig. 

Keine Kraft, keine Resilienz... und irgendwann die Erkenntnis, dass Covid etwas damit zu tun hat. Aber was? Die Erkenntnisse sind nebulös, doch der Zustand einer Betroffenen konkret. Schlimm. Aushaltbar.

Unberechenbar.

Das Leben geht weiter, aber ein Umbau auf eine den massiven Einschränkungen angepasste Lebenssituation kostet natürlich: Kraft. Fatigue, also Dauererschöpfung, ist dabei keine gute Helferin.

Schmerzen. 

Stigmatisierung statt Verständnis oder Unterstützung. Isolation, medical gaslighting, alles trifft zu. Das Dorf zunehmend abweisend. Ich werde sozusagen ausgespuckt.

Genieße dennoch oder allem zum Trotz die letzte Blüte im Mai, hier in - noch - meinem, unseren Haus.

Rufe Erinnerungen an schöne Momente.  Das Leben geht weiter... *

 

Mount Cheminis, Canada, Ontario, 2022

 

Blüte im Garten 

 








 



  

*... Wo und wie mein Leben weitergeht, werde ich zu gegebener Zeit zeigen und beschreiben. 

Jenseits vom Kulturbetrieb, außerhalb der Norm. Doch innerhalb neuer Begrenzungen kann sich noch Neues öffnen, so hoffe ich jedenfalls, und bereite mich vor.  

Danke den Freunden und Helfer:innen! 

 

Zwischendrin kritzele ich mal ein wenig herum. Der Mai ist recht kühl und verregnet.