Im Haus brennen die Kerzen
keimt der Morgen mit Taubengurren
herein
Die Dorfstraße liegt still im Tempel brennt Licht
Der grüne Wald vis a vis hält Vogelstimmen in einem Glockenraum
Mein Fenster ein Tor
Die Wände des alten Hauses eine
Membran mit Patina aus Rauch
Holz Atem Schweiß
Es ist Sommer und der Wind ist warm es werden ihm Zähne wachsen in einer handbreit Zeit
Hineingewachsen in den Schwindel den Duft von Rainfarn am Morgen flitze ich übers Feld steige auf mit den Vögeln kopfüber unsere Bäuche getunkt in gelbes Pigment
Wir sind Riesen in einer Mikrowelt
Wir sind Miniatur in einer gigantischen Kulisse
Der Tag schwillt an tritt über den
Wegesrand der gleichgültig unter den
Tages- und Jahreszeiten liegt
Ein Saum an dem die Welt zu öffnen
und zu schließen ist
An meinen Finger dröhnt eine Hornisse
Ein Schmetterling hat sich schon wieder
verflogen zu mir - schüttelt den Farbstaub
auf meine Bilder die ich mit zitternder Tuschehand
ins Baumgefieder zeichne
Meiner Bestimmung folgend habe ich mich
verirrt führe die Hornisse durch die Mittagshitze
Freies Geleit für Insekt und Mensch
Der Tag ist von Licht und Schatten grundiert
Tauben fallen durchs Laub vom Tempel kommen schwebend Menschen tragen Blumen und Kuchen
Wer wollte nicht zuschauen und warten bis sie zurückkehren wie die Bienen in ihren Honigkorb
Mir aber läuten die Glockenblumen
Es wartet der Klee Mädesüß betört
hüllt den Kampf von Engelwurz und Bärenklau in eine
Halluzination
Disteln schießen ihre Bärte als Wolken ins Blau
und Johanniskraut verspricht Beruhigung
Von alldem erzählt die Espe und weiß mehr
Mich aber lockt der Bachlauf hinter dem Erlengebüsch
von Weiden erklärt
Am Abend tönen Erntemaschinen übers Tal stapeln Heuwürfel und fahren zum Spieleabend der Giganten und Welten en minature.














