Dienstag, 12. Juni 2018

Pessoa Poesia Abend

PESSOA
POESIA ABEND
 

 zum 130. Geburtstag des portugiesischen
 Schriftstellers Fernando Pessoa

Literatursalon mit Eva Wal

GOETHESTRASSE 29  BONN

Fernando Pessoa, der bedeutendste moderne Dichter Portugals, wurde am 13. Juni 1988 geboren. Am 9. Juni widmen wir unseren Literatursalon seinem Werk und seiner besonderen Persönlichkeit, die bis heute rätselhaft bleibt – Pessoa schuf nicht nur Gedichte und Prosatexte verschiedenster Art, sondern Verkörperungen der Gegenstände seines Denkens und Dichtens, seine Heteronyme: Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Alvaro de Campos, und er schrieb eben auch als Pessoa selbst.





 
Eva Wal, Künstlerin und Schriftstellerin, hat sich jahrelang mit Fernando Pessoa literarisch beschäftigt, seine Stadt Lissabon gehört zu ihren Lieblingsstädten. 2012 hat sie den meditativen Kurzfilm VIAJO (deutsch/portugiesisch) in Lissabon gedreht, wo sie einen Brief Pessoas an seinen Freund Casais Monteiro in den Mittelpunkt bringt.
www.evawal.blogspot.com

In unserem Literatursalon am 9. Juni zeigen wir den Film VIAJO (28 min) von Eva Wal, sprechen mit ihr über Fernando Pessoa, hören ihre Lieblingsgedichte von Pessoa und auch eigene lyrische Werke – und wie immer endet der Salon mit selbstgemachten portugiesischen Köstlichkeiten und Wein.


Wir freuen uns auf den gemeinsamen Abend!
Diana & Martin


BEGINN: 19.00
EINLASS: 18.30

EINTRITT FREI
(Spenden willkommen)

WICHTIG! Weil die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung erforderlich.


VIAJO-Trailer from Eva Wal - Art & Video on Vimeo.


Freitag, 13. April 2018

Nestwärme-Alchemie


Nestwärme-Alchemie

In ein Nest gerollt unterm Bett
Das Licht schweigt
Wieder hervorgerollt

In ein Nest geflohen hoch auf dem Baum
Mit gestohlenem Schmuck und einer
Armbanduhr aus Blei erwischt worden und
abermals geflohen

Gekrochen in ein Nest aus dem Gewöll der Eule
Mäuseknochen darin und spitze Zähne
Schlaflos gelegen die ganze Nacht

Hineingefallen in ein Nest aus Moos
Tief, tief im Wald
Nicht wieder herausgefunden

Ich mache mir ein Mäuseknochenkleid
Das Nest wird warm und wohnlich
Ich trage den gestohlenen Schmuck und die
Armbanduhr aus Blei
Weich wird die Zeit und zerfließt unters Bett
Versickert in die Rillen zwischen den Holzbohlen

Ich klappere mit den Mäuseknochen hoch oben im
Baum und schmelze das Licht von den schaukelnden
Zweigen

Hell wird es und heller

Nichts ist so weich und warm wie das Moos
aus der Mitte des Waldes.



Eva Wal, 2018

Mittwoch, 4. April 2018

Collage-Workshop am Arp Museum

Mit einer wunderbaren, kreativen Gruppe fand am Ostersamstag der erste Schreibtag im Arp Museum 2018 zum Thema Collage statt. Nach einem Rundgang durch die Ausstellung im Künstlerbahnhof "Collagen - Die Sammlung Meerwein - Zweiter Ausschnitt" gestaltete jede Teilnehmerin ihr eigenes Kästchen als Wort-Bild-Collage.
Wie immer entstanden auch eigene Texte.
Es war ein inspirierender und äußerst produktiver Nachmittag!












Fotos (c) Eva Wal

Arbeiten der Teilnehmerinnen des Workshops am 31. März 2018

Informationen und Termine zu den Schreibtagen im Arp Museum
unter projekte/ künstlerworkshops  auf diesem Blog.

Sonntag, 18. März 2018

Rotes Sofa und Roter Faden

Was auf der Leipziger Buchmesse das Blaue Sofa, ist in Hennef das Rote Sofa.
Es geht, zum Besipiel, um den roten Faden in meiner Kunst.

www.nrwision.de/programm/sendungen/ansehen/hennef-meine-stadt-eva-wal-kuenstlerin-und-journalistin-im-interview.html


"Romane" habe ich nur als Kind geschrieben. Sie hatten Kapitel und waren endlos lang...



(c) Eva Wal VG Bild


(c) Eva Wal VG Bild


(c) Eva Wal VG Bild


Donnerstag, 8. März 2018

The Rocking Tree



Auch wenn der Schnee nun endlich schmilzt und der Frühling langsam erwacht, ist die Zeit immer noch kühl, und die Atmosphäre dieses Bildes, das zum Jahresbeginn entstand, passend. Mag dieses Bild den Abschied vom Winter begleiten mit dem wunderbaren Gedicht von Pat Winslow, das sie dazu schrieb.


The Rocking Tree

The world is scratchy
and branch-whipped.

Hard berries
like clots of blood

jounce against
a green sky.

Crack of twig
underfoot

snow-patches
on crisp turf

and a snarly wind
to tangle hair.

Crouched and listening
she is waiting

for a thought to rise
like a magical horse

that will carve itself
into the bole of a tree

her hand
on its gnarled flank

each twist and groan
a labour of concentration.

The tree begins rocking.
The dream unspools like birth water.

A cry splits day
from night

and a fall of sparrows
shocks the ground.



Der Schaukelnde Baum

Die Welt ist kratzig
und von Zweigen gepeitscht.

Harte Beeren
wie Klumpen aus Blut

rütteln gegen
einen grünen Himmel.

Knacksen von dürren Zweigen
unter den Füßen

Schneeflecken
auf gefrorener Grasnarbe

und ein konfuser Wind,
der Haare durcheinander bringt.

Zusammengekauert und lauschend
wartet sie, dass ein

Gedanke sich erhebt
wie ein magisches Pferd,

das sich in einen Baumstamm
eingravieren wird

ihre Hand
an seiner rauen Seite

jede Drehung und jedes Knarzen
eine Wehe der Konzentration.

 Der Baum beginnt zu schaukeln.
Der Traum ergießt sich wie Geburtswasser.

Ein Schrei zerteilt Tag
und Nacht

und ein Spatzen-Sturz
erschüttert den Grund.



Übersetzung: Eva Wal


Vielen Dank an Pat für das Gedicht und die Erlaubnis zur Veröffentlichung hier!