Dienstag, 1. November 2022

Three Poems of The Unbroken Forest

  

From a collection of six poems I wrote during my travels with the Broken Forest artists' group this summer in Ontario, Canada (see "kalender" on this Blog).

 

 Visit

 

 

You may enter here

on tiptoe

 

Please, leave your luggage and your

Litter, carry only what is you

 

Put your bare feet down

tender and firm

 

Like a lover caress the ground

 

Touch, walk!

 

You will step on my ancestors

that hold my roots tangled in

memories

 

I move slow

 

Twigs and leaves speak through me so

you understand

This is your first lesson with me

Listen!

 

You may now touch my bark

Rub your back against it like

a bear not too hungry not too weary

 

Yearning

for this experience - Breathe

in - Breathe out

 

Take your time before

you leave my realm

 

A memory of you may stay

with me for a while

A slice of eternity with an imprint of

 

your voice

your mind

your soul

 

Miigwetch! Thank you!

 

 

 

The Plunge

 

 

A river runs

a canopy rustles

a skunk appears

a raccoon clings to the branch of a cedar

a spider weaves

a cocoon opens

a beetle sways on a birch leaf in the morning mist

and falls onto old trees' mulch

 

You take the plunge

 

run

rustle

appear

cling

 

       weave

 

open

 

     sway

 

f

a

l

l

 

 

Step onto a new path

into a new age

 

Keep moving at steady speed

                 

                                     keep moving. 

 

 


In the Forest

 

 

Breathe with me

Call me a tree

Where spirits are summoned

In the forest

 

Balsam or pine

Maple, ash, birch, too, is fine

As long as your look is clear

In the forest

 

Let us commune and let us commute

I am canopy and I am root

Whisper and chant is my home

In the forest

 

Feel my colours glow

wandering in the flow

of time-woven beads

In the forest.

 

 

 

 

 

 






 



Images from the Old Growth Forest in Temegami, Ontario, August 2022

 




Samstag, 1. Oktober 2022

BLUE HOUR Poetry Performance

 


Performance of the Poem Blue Hour, on the Broken Forest Artists' Tour in Ontario, Canada, August 2022.

Featuring: Eva Wal, poet, visual artist, Germany; Cesar Forero, choreography, dance, translation into Spanish, Canada, Colombia; Melissa Kraft, dance, US; Terre Chartrand, Land acknowledgement, drums, Canada; Mateus Stelini, voice, Brazil. Video artist and editor: Lisa Murzin


Montag, 19. September 2022

MADRIGAL für PoeTree

 


 linke Wand:

Madrigal, Eva Wal, 2022

 

Handschriftlich in Schwedisch

Gedicht von Tomas Tranströmer 

Kohle auf Papier

 

neben

  Gedruckter Textfahne mit Übersetzungen ins Deutsche und Englische

 

Der handgeschriebene Text war Bestandteil der Installation in Oxford und lag in einem kleinen Zelt wie ein Reisender auf der Rast (s.u.).

Für die Präsentation im Kurfürstlichen Gärtnerhaus in Bonn stand das handgeschriebene Gedicht einer gedruckten Textfahne mit der deutschen Übersetzung und meiner eigenen Übersetzung vom Deutschen ins Englische gegenüber.

  


 

Handschrift und gedruckte Fahne: Atelieransicht


Abdruck und Präsentation genehmigt durch Frankfurt Rights.



Ausstellungsrundgang Kurfürstliches Gärtnerhaus, Bonn

 

Das Gedicht handgeschrieben in der Originalsprache Schwedisch im Zelt,

auf das ebenso mein gesungenes Videogedicht "Unruhe" - "turmoil" projiziert wurde.

Ovada, Oxford


 

Vorne, v.l.n.r: Diana Bell, Eva Wal, Cornelia Genschow

Hinten: v.l.n.r: Harriet Rutter, Mita Vaghela, Tina van de Weyer

 

Das Projekt PoeTree ist ein Kunst-Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft Bonn und Oxford, das bildende Kunst und Dichtung zusammenbringt. Initiiert wurde es von der bildenden Künstlerin Diana Bell aus Oxford mit Eva Wal. Kuratiert und organisiert wurde es gemeinsam mit den Leiterinnen des Künstlerforums Bonn, Susanne Grube, und Ovada in Oxford, Mita Vaghela.


Siehe auch: PoeTree, Posting vom Mai und August

 


Montag, 8. August 2022

PoeTree

 Eine große Freude zu lesen mit Irma Shiolashvili, Sigune Schnabel und Dominik Dombrowski, wunderbar moderiert von der Dichterin Sabine Schiffner: Die zweite POeTree Lesung im Botanischen Garten Bonn, unter Sequoia-Bäumen, sonnenbeschienen und schattenbeschützt vor freundlichem, aufmerksamen Publikum; Pendant zur Lesung in Oxford im Rahmen der 75. Jubiläum Städtepartnerschaft Bonn-Oxford und der zwei Kunstausstellungen in beiden Städten, Ovada in Oxford und Künstlerforum Bonn.












Im Juni in Oxford, Ovada

s. Posting vom Mai

Booklaunch meines Pamphlets in deutscher und englischer Sprache, Poems in the Hourglass, Gedichte im Stundenglas.

Compère, Moderator: Bill Jenkinson







Lesung mit Pat Winslow, Jane Spiro, Dorothy McCarthy,

special guest: Sarah Watkinson

& open mic.



Das Projekt PoeTree ist ein Kunst-Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft Bonn und Oxford, das bildende Kunst und Dichtung zusammenbringt. Initiiert wurde es von der bildenden Künstlerin Diana Bell aus Oxford mit Eva Wal. Kuratiert und organisiert wurde es gemeinsam mit den Leiterinnen des Künstlerforums Bonn, Susanne Grube, und Ovada in Oxford, Mita Vaghela. 


Freitag, 5. August 2022

Aus dem Nabel der Worte

Schreibworkshop zu Hans Arp am 30. Juli im arp labor, Arp Museum, Bahnhof Rolandseck.

 

Impressionen und Schnipsel

 

Wir nähern uns dem Hauspatron, frönend dem Dadaismus und hauchendem Surrealismus, automatisch schreiben, Wolken pumpen und reiben, dazu Kombination und Figuration, Metamorphose und Radiohose, Zufall und Vorfall, Collage und Phase.


Vorbereitung mit Muße und Muse.








 

Schreibtüm(m)eleien mit Kaffee und Musenküssen satt.

 



                                                               

Trotz eindringlicher Warnung von Hans Arp

fallen wir über die Worte her wie Raupen, fressen kahl im Oval

und entpuppen uns in Eulenflatterschrecksekunden...


...und Silberschuppenaugenblicken zu Derdiedassen auf Arpterrassen.

Eine Lesung wird ins Visier genommen, die Zeit, so menemeinen wir, sei reif. Dem Publikum gewähren wir Traumatisierungsgarantie, hinterlassen Verbeugungsdellen, à bientôt,


so empfehlen wir uns mit collagierten, dechirierten

 Text(ent)würfen und...


Eva Wal


Nelly Neukirchen

 

Gisela Ott

 

... einem schlussgewichtigen Wort aus dem Nabel des Hauspatrons.



Workshoptermine hier auf diesem Blog unter projekte/ künstlerworkshops

oder

https://arpmuseum.org/

unter: Vermittlung/ Künstlerkurse & Workshops für Erwachsene und Jugendliche



Fotos: Eva Wal und Nelly Neukirchen

Donnerstag, 28. Juli 2022

Glossolalia


Die Nachtkerzen sind angegangen;

ich habe Schnecken gesammelt und

Regengöttin gespielt.


Wenn ich Glück habe, ernte ich

in diesem Jahr noch Palmkohl, Möhren,

Tomaten, Äpfel und Quitten; die, welche

nicht auf Grund liefen.


Kräuter sind immer da; Ampfer, Brennnessel und

Löwenzahn kamen über den Regenbogen

von der Arche Noah her.


Wenn die Bahnschienen noch eine Weile

zusammenbleiben, sie sind doch ein uraltes

Paar, tragen dieselben rostigen Perücken über

elfenbeingelben Gebissen, dann,

und das ist abzusehen, fahren wir noch einmal

nach Worpswede im Winter.


Wir haben dort etwas verloren; schwarze Würfel

aus Flusseis kollern in Kristallbechern.


Wir heben Äpfel, grün und purpurn. Klamm und

heimlich verhandle ich mit der Ewigkeit, während wir schweigen

und trinken.


Der Spiegel der Jugend zersplittert in die Gegenwart;

ach, Bäumchen, schüttle dich.


Lächelnd gleiten Torfkähne, Kinder jubilieren,

der Fluss, gesprenkelt und gescheckt wie ein edles

Vieh, singt, säuselt, gurgelt; spuckt Licht und Tiefe; saugt

unsere Stimmen ein in Strängen aus Luftwurzeln.


Du hörtest Flöten in der Weide, der Weg war

mit Brotkrumen bestreut, die glänzten

im Mondlicht; das kam vom Fluss, wo Glühwürmchen mit

toten Lampions irrten.


In diese Spuren bin ich eingewickelt wie ein Baby; kann

mich nicht bewegen, außer in einem Lichtjahr, und das ist

jetzt, sprenge ich alle Fesseln und gehe in den Garten.


Ich sammle Schnecken ein, die Lüstlinge, trunken von Apfellimonade

und einer Sintflut aus Quittenschnaps.


Grillen zirpen und das Gras singt mit den verbliebenen Mücken

im Sextett, Hymne im Likör.


Kugelfische verschlingen die schleimigen Schnecken, die immer mehr

Spuren legen wollen; die glänzen im Mond und legen Lunte zum

Haus, hahaha, ich schüttle euch!


Und die Nachtkerzen reden in leuchtender Glossolalie, hellgelb,

ja, die Nachtkerzen.



Maria Valewa, Juli 2022



Montag, 4. Juli 2022

Give Peace A Chance



 CHIMÄREN CZÁRDÁS oder janusköpfig

 

Auf Anfrage von Walter Pobaschnig für seinen wunderbaren Blog: 

https://literaturoutdoors.com 

Give Peace A Chance AKROSTIKON 

 

Und hier das Kurzinterview,

 

5 Fragen an Künstler*innen_  Eva Wal _ Schriftstellerin 

 

 

Liebe Eva, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

 

Das ist sehr unterschiedlich und unregelmäßig. Ich lebe mit kontinuierlichem Rhythmuswechsel; bin sozusagen Schichtarbeiterin. Mal fange ich als früher Vogel den Wurm, mal fliege ich mit der Nachteule. Anscheinend entspricht das meiner Natur.

Räume zu künstlerischem Arbeiten in Ruhe und Muße muss ich mir freischaufeln und einrichten. Dann breitet sich darin mein Fächer aus, ich schreibe, male, lese, höre Musik, meistens alles parallel, bis sich eine bestimmte Arbeit herauskristallisiert. Von dieser werde ich dann angesogen wie in einen Tunnel: ein großes Bild, ein Manuskript.

Im Alltag nehmen Korrespondenz, Organisation, Workshops, Projekte und vor allem das Hin- und Her-switchen von einem zum anderen viel Zeit und Energie in Anspruch. Seit diesem Jahr finden Projekte und Veranstaltungen wieder mit Menschen statt, in Gruppen. Das ist anstrengend, ich musste mich erst einmal resozialisieren. Mittlerweile macht es wieder Spaß, gibt mir Kraft und Schwung. Nun sind auch Reisen geplant. Ich freue mich auszuschwärmen, auf Begegnungen und Inspiration. Ich bin aufgeregt wie ein Kind!

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt, sich nicht polarisieren zu lassen, Bescheidenheit im Umgang mit Ressourcen, Dankbarkeit, Verantwortung und Empathie.

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

 

Die Lebenswirklichkeit der meisten Kulturschaffenden ist oft schwierig und widrig. Dennoch ist es ein unschätzbares Gut, in Freiheit und Unversehrtheit schaffen zu können. Für den gesellschaftlichen Erhalt oder die Erschaffung solcher Bedingungen sollte jede*r Einzelne sich mitverantwortlich fühlen.

Nichts ist selbstverständlich.

Bildende Kunst, Literatur und Musik sind Brücken, die Menschen aller Kulturen verbinden können. Der Verstand ordnet sich unter, ist wach und verbunden mit seelischem Empfinden. Kunst führt in die Natur. Die Natur, aus der wir kommen, von der wir entfremdet sind, und deren Teil wir sind.

Kunst schafft Gemeinschaft und Begegnungen, auch mit uns selbst.

Sie kann Trost, Halt, Erkenntnis und Widerstandskraft geben, Schwingen verleihen und erden.

Sie ist ein Lebenselixier.

Ihre gesellschaftliche und politische Rolle ergibt sich daraus.

 

Was liest Du derzeit?

 

Am liebsten Tomas Tranströmers Gedichte. Wenn ich sie nicht lese, denke ich sehr oft an irgendeine Zeile oder meine, die Atmosphäre eines seiner Gedichte zu spüren, die so ganz einfach aus der Tiefe und dem Klang herauszusteigen scheinen.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

 

Und die Leere kehrt uns ihr Gesicht zu und flüstert:

„Ich bin nicht leer, ich bin offen“.

 

T. Tranströmer, Vermeer

 

Vielen Dank!

 

https://literaturoutdoors.com/2022/06/30/ich-freue-mich-auszuschwarmen-auf-begegnungen-und-inspiration-eva-wal_lyrikerin-und-bildende-kunstlerin-_-bonn-3-7-2022/?fbclid=IwAR2B03LbxR0luKErZ7IQEDy8W4I-fF0deMd8cIc3O9GTmiFdHyX0KUp-AOI