Freitag, 9. Oktober 2026

Herbst

 

Der nahende Herbst trägt ein warmes Fell ein

ganz eigener Glanz eingewebt darin – kühler

Wind weht um sein Haupt die knorrige Krone

Im Gebüsch schlagen Hagebuttenköpfe aneinander

Einzelne Pusteblumen – Relikte des Sommers – halten

ihre Schirmchen festgekrallt – Holunder und Brombeeren –

der Ernte entkommen – hängen auf dunkle Punkte

zusammengezogen schmerzhaft an ihr grün-rotes Gestänge

geschweißt.

Der Winter ist nicht in Sicht aber wir sind umzingelt von Hügeln

höher und flacher – wer weiß schon was da kommt…

Zum Abschied springt das Laub in Farbe dagegen stehen die

toten Stämme der Fichten und Lärchen aufrecht und kahl wie Pfähle

Gelassen bleibe ich ein Stamm mit unruhigem Mark und schuppiger

Rinde mit moosigem Mund – wenn der Wind rauscht und durch die

Stämme pfeift meine ich es sei das Meer – Da höre ich Hufe klappern

Ein Pferd und die Stimme einer Reiterin nahen gemächlich gehen sie

ihren Weg das Pferd will am Ende duftenden Hafer finden

Doch ich verlasse mein angestammtes Holz um mich auf

seinen Rücken zu schwingen – die Reiterin bläst es fort denn

ich bin die Windsbraut und rufe die apokalyptischen Jahreszeiten-Pferde!

 

 


 Foto von Franz Heinbach,

im Rahmen seines Projekts "Ein ganzer Tag"

www.fh-fotos.de 

 

Während Franz das Foto von mir an meinem Schreibplatz machte,

entstand ein automatischer Text: 

 

Fuchs und Reh aus meinem Bauch/ an allen Stellen wartet etwas/  ein See eine

Blume/ mit der Flosse einer Seelilie geschuppt/ leuchtend fluorgrün mit einem Halo//

Das ist eine Szenerie wie aus dem Buche/ so steht es geschrieben/ So sehe ich die

Welt und neben mir kann ich schon nichts mehr erkennen im Dunst der Stunde//

Wie geht der Tag/ dieser Weg/ wie geht es weiter? Wo ist Ruhe? Freude? Ich

spüre den Wind zum Meer/ ein Gedicht in einer Muschel/ Fuchs und Reh sind zu

einer Wolkenformation transformiert.