Der nahende Herbst trägt ein warmes Fell ein
ganz eigener Glanz eingewebt darin – kühler
Wind weht um sein Haupt die knorrige Krone
Im Gebüsch schlagen Hagebuttenköpfe aneinander
Einzelne Pusteblumen – Relikte des Sommers – halten
ihre Schirmchen festgekrallt – Holunder und Brombeeren –
der Ernte entkommen – hängen auf dunkle Punkte
zusammengezogen schmerzhaft an ihr grün-rotes Gestänge
geschweißt.
Der Winter ist nicht in Sicht aber wir sind umzingelt von Hügeln
höher und flacher – wer weiß schon was da kommt…
Zum Abschied springt das Laub in Farbe dagegen stehen die
toten Stämme der Fichten und Lärchen aufrecht und kahl wie Pfähle
Gelassen bleibe ich ein Stamm mit unruhigem Mark und schuppiger
Rinde mit moosigem Mund – wenn der Wind rauscht und durch die
Stämme pfeift meine ich es sei das Meer – Da höre ich Hufe klappern
Ein Pferd und die Stimme einer Reiterin nahen gemächlich gehen sie
ihren Weg das Pferd will am Ende duftenden Hafer finden
Doch ich verlasse mein angestammtes Holz um mich auf
seinen Rücken zu schwingen – die Reiterin bläst es fort denn
ich bin die Windsbraut und rufe die apokalyptischen Jahreszeiten-Pferde!
Foto von Franz Heinbach,
im Rahmen seines Projekts "Ein ganzer Tag"
Während Franz das Foto von mir an meinem Schreibplatz machte,
entstand ein automatischer Text:
Fuchs und Reh aus meinem Bauch/ an allen Stellen wartet etwas/ ein See eine
Blume/ mit der Flosse einer Seelilie geschuppt/ leuchtend fluorgrün mit einem Halo//
Das ist eine Szenerie wie aus dem Buche/ so steht es geschrieben/ So sehe ich die
Welt und neben mir kann ich schon nichts mehr erkennen im Dunst der Stunde//
Wie geht der Tag/ dieser Weg/ wie geht es weiter? Wo ist Ruhe? Freude? Ich
spüre den Wind zum Meer/ ein Gedicht in einer Muschel/ Fuchs und Reh sind zu
einer Wolkenformation transformiert.
