Montag, 19. Oktober 2026

Sommerwasser und Winterschafe

 

Ich kam auf dem

sommerwasser mit dem

hummmelbrummenden

summen in meinem herzen die fensterflügel standen weit

offen ein warmer wind wehte hinein

Ich nahm den sommer mit wie einen arm voller heu für winterschafe

am ofen mit dem knisternden feuer denke ich an die milde der

schatten welche die bäume in der großen hitze spendeten

Nun werden beeren zu nüssen blüten zu früchten

das gelb der trockenheit weicht den herbstfarben

die schafe tragen blätter auf den nassen hörnern

zur dekoration

 

Das leben wurde ein

janusköpfiges

ding ein wesen aus malader materie

und den wachsenden flügeln des geistes

der fantasie

Immer wieder brach die materie zusammen

über dem geist immer wieder schüttelten sich

die flügel den staub aus den federn

erhoben sich mit dem körper in ihrer mitte

Unten auf dem weg glänzen feuchte eicheln zwischen

den ungeschliffenen diamanten die von meiner zunge glitten

und herabgefallen waren

schneller präziser als das fallende laub

nicht rauschend sondern klirrend wie

die sterne am kalten firmament

der kompass

 


 (c) Eva Wal, VG Kunst