Dienstag, 10. Mai 2022

Gartenpremiere

Buchlesung, Musik und kleines offenes Atelier

Maria Valewa und Eva Wal in Personalunion

 

 siehe vorige Posts, Zum Greifen...

 

 Intro: Geigen-Reigen seliger Geister von Gluck, Orpheus und Eurydike

Kompositionen und Jazz von Max Kreide, Gesang Doris Marnach

Abends bei Regen und Gewitter


Nacht und Tag im Atelier


 
Zwei Fotos von Überraschungsgast Markus Bollen
 

 

Zweite Lesung, Sonntag Nachmittag bei Sonneschein




Zu diesem Anlass habe ich einmal meine Totem-Skulptur aufgehängt. Der Ast einer gewaltigen Weide, die im Künstlerdorf Schöppingen das Galeriegebäude, einen ehemaligen Rinderstall, überspannt, krachte bei einem Gewitter herunter. Jahre später nach meinem Stipendium dort habe ich daraus eine Skulptur geschnitzt. Das Holz war teils morsch, der 1 m lange Ast ist nun ein sehr fragiles Schnitzwerk.

 

 






Die Weide im Künstlerdorf Schöppingen über der Galerie,

die ich in einen "Kranichraum" verwandeln durfte.

 
 
Das Projekt "Planetenmaschine" in Schöppingen. Zuvor war ich damit nach Oxford gereist, ans Pegasus Theatre, 2008 (Foto). Katalog, 2009 im Verlag Stiftung Künstlerdorf Schöppingen.
 

 

 

Dienstag, 3. Mai 2022

HOTSPOT Königswinter

 

 

Auftaktausstellung unserer Gruppe "Der Wald und der Sturm" zum 1. Mai.

Beginn der Residenz bis September (s. auch voriger Post und kalender).

 


Einige Bilder meiner Arbeiten und der Lesung von unserem Fotografen Markus Bollen, vielen Dank!

https://www.panoramic-art.de/kontakt/ 

 

Canada-Raum in dunklem Rot. 

Baumbild 100 x 140 cm, Gouache auf Leinwand 

Tannenbaum im Fenster von Katja Wickert


 

Ankündigung der Canada-Reise im August



 



Baumraum, Baum für Lebende und Tote (nach Tomas Tranströmer)

Gouache auf Papier, 270 x 150 cm



Lesung aus meinem Buch "Zum Greifen fern"


 

 

Mein lieber Wald

 

Mein lieber, blauer Wald

Das Abendlicht dringt und drängt

in Deine Kammern flimmernd

vor pochendem Laub

 

Hinter weißen Schleiern

Eulengeheul

 

Unter glänzenden Netzen

Spinnengeklapper

 

Mein lieber, grauer Wald

sepiabraun, wolfsweich die

wilde Melodie

 

Mein lieber, lieber Liebeswald

Umschlungen die Baumarme, Bäuche,

Leiber,

Wurzeln

 

Nackt die Stämme im Totholz

liegen kreuz und quer

Wie mächtig Deine Torsi!

 

Das Stampfen und Flattern

in Deinen Laubzimmern, das

Pfeifen der Pilze und die

Silberstimmen besaiteter Äste sind

symphonischer Klang da oben

in den Kronen

 

Und unten am Grund,

tief in der Erde,

glüht es schwarz und

feuerrot.



Christine Burlon, Initiatorin der Gruppe, mit ihren Celli


Ohne Faxen geht es nicht.

Mit Christine und Freunden.
 


 


Beim Aufbau mit Margret Schopka,

die unserer Gruppe die Einladung nach Königswinter eröffnet hat.

Dahinter steht das kulturbuero nr5, Franca Perschen und Helmut Reinelt, die das gesamte Projekt ermöglicht haben: https://nr5.wildscreen.de/nr5/team/



Hier geht's zur Seite unserer Gruppe:

https://kunst-wald-sturm.jimdosite.com/ 


Montag, 25. April 2022

Zum Greifen

 nah, mein neues Buch "Zum Greifen fern" unter dem Namen Maria Valewa. Erste Exemplare sind gebunden und schon an die ersten bibliophilen Freund*innen meiner Dicht/Kunst ausgeliefert.


Zum Greifen fern, Gedichte 2020-21 

128 Seiten, darunter 15 Farb-Bilderseiten

Handbuchbinderische Verarbeitung:  Steifbroschur,

Titelprägung, Ausstanzung im Buchdeckel, kaschierte

Pappe, Leinenfälzel, Leseband

Wertige Papiere in creme für Text und weiß für Bilder

Buchbinderin: Miriam Kleiner,

www.kleinergleichpapier.de

Druck: Alf Germanus Grafische Erzeugnisse

 

Anläßlich unserer Auftakt-Ausstellung in Königswinter lese ich zur Eröffnung am 1. Mai, 12:30h mit Bildprojektionen und Musik. 



 
 Musikalische Lyriklesung am Sonntag, 5. Juni um 15 h,
Eva Wal (Maria Valewa) mit Sigune Schnabel und Max Kreide:
3x Lyrik, Stimme und Klang
Sigune Schnabel, Lyrik und Harfe; Max Kreide, E-Piano und Lyrik;
Eva Wal, Lyrik und Cello

Eintritt frei, Spenden erbeten!
 
 
 

Die Waldbande in Königswinter, fotografiert mit Markus Kamera
und Helmut Reinelt als "executive photographer"
 
 
 
Es geht los!
 
 

Montag, 11. April 2022

Dienstag, 5. April 2022

Mittwoch, 16. März 2022

Ein anderer Frühling

 


Jedes Jahr ist es ein besonderer Moment, wenn die Kamelie im März aufblüht. Seit kurzem scharren und picken auch zwei Hühner im Garten. Sie sind gute Gesellschaft, und jeden Morgen schenken sie mir ein wunderschön geformtes, kalkiges Gebilde mit Eiweiß und einem Eigelb darin. Sie piepen und fiepen, sind scheu und zutraulich. So anders geartet als die beiden Hähne, die Krieg führen mussten untereinander und ihre Kämpfe nicht einstellen konnten.
Das ist ihre Natur. Tiere sind unschuldig. Doch sollte unsere vernunftbegabte menschliche Natur nicht gerade dazu in der Lage sein, Krieg und zerstörerischen Wahnsinn zu überwinden und ihm Einhalt zu gebieten? 

What a piece of work is man, läßt sich mit Shakespeare ewig fragen, wundern und ausrufen.
How noble in reason, how infinite in faculty!
In form and moving how express and admirable!
In action how like an Angel!
In apprehension like a god!
The beauty of the world!
The paragon of animals!

And yet to me, what is the quintessence of dust?

Nach drei Wochen schon sind wir gewöhnt an die Anwesenheit des Krieges auf unserem Kontinent. Alles ist einen kalten Schreckensschatten getaucht. Jetzt erst beginne ich zu realisieren, eine Ahnung zu entwickeln, was Krieg und das Wort „überziehen“ (mit Krieg) meint. Der Überzug geht nicht mehr weg. Die Folgen sind ein Feuer, das nicht stoppt. So ist unser Frühling, in dem Hühner Hühner und Vögel Vögel sind, wo die Kamelie wieder zartrosa aufblüht, die Wolken ziehen, sich ballen, ausfransen, sich auflösen und wieder sammeln und wo der Mond sich rundet, um wieder abzunehmen, zu schrumpfen, sich allmählich zur Sichel zu krümmen, ein Kriegsfrühling.
Ich wünschte, ich könnte den Frühling genießen, das Leben, wie es ist, und es scheint gerade jetzt mild und freundlich hinter dem sirupartigen Schatten zu liegen wie ein sanftes Fell aus Laubwald. 
Doch der Schatten, ein Ungeheuer mit schweren Füßen in noch schwereren Stiefeln, stampfte von all den Kontinenten, wo er so lange schon heimisch wütete, herüber zu uns. Er winkt mit Bildern. Die Bilder explodieren. Aus dem zerstörerischen Beschuss steigt das Land Ukraine ins Bewusstsein: Atomkraftwerke, Celan, Maidan. Menschen. Männer an der Front, Frauen und Kinder auf der Flucht.
Was ist nah, was fern, wenn alles in Pixeln stattfindet?
Hier sind die wohlgeformten Eier am Morgen, die Kamelie, der blaue Himmel, Regen, Geigenmusik. Und dieses Gedicht von Tomas Tranströmer berührt mich genau in dieser Zeit:







Kriegsfrühling, Buntstift, Wachs, Aquarell, 30 x 43 cm




Sonntag, 6. März 2022

Glaube Liebe Hoffnung

 


Gouache und schwarze Tusche auf Leinwand, 140 x 300 cm,  2022



Arbeitstitel dieses Bildes war "Sakrale Dystopie", denn zu dieser Zeit, im Januar und Februar, jedoch vor dem 24. Februar, als Russland die Ukraine überfiel, um sie mit Krieg zu überziehen, fand ich mich in der Welt recht isoliert und unverwurzelt. Erstaunlicherweise arbeitet sich in meinen Bildern, auch wenn sie aus recht negativen Gefühlen entstehen, immer etwas Lebensbejahendes und Vitales hervor, das alles Traurige und Trostlose zu integrieren vermag. Meine Arbeitsweise ist rein intuitiv, ich plane meine Bilder nicht, sondern lasse sie wachsen und folge dem, was ich bei der Betrachtung eines jeden Stadiums visualisiere. Wegweiser dabei sind die Farben. Habe ich die Farbe, dann fügt sich alles.
Wieder zeigte sich mein verstorbener Kater, dessen Umriss ich auf einem Blatt Papier abzeichnete, bevor wir ihn im Garten begruben. Jetzt finden schon ein paar farnige, fingrige Ranken in die himmelblaue Blase, in der er schwimmt. Das erfüllt mich mit Trost.

So suchte ich nach einem neuen Titel, denn das Bild war keine Dystopie mehr.

Das Bild wurde am 25. Februar fertig, also, als wir gerade in völligem Schock über die Ereignisse in Europa seit der Nacht auf den 24. Februar standen. Die Dystopie ist plötzlich eine Realität geworden. Ist eine Ahnung im Bild enthalten?
Spüren wir manchmal ganz irrational ein Beben, bevor etwas Schicksalshaftes geschieht?

Seit dem 24. Februar vergeht kein Tag, vergeht keine Stunde und kein Moment, an dem sich nicht über jedes friedliche, heile Bild ein Bild der Zerstörung und des Schreckens legt. Eine Brücke zwischen zwei Ufern, darüber das Bild einer bombardierten, eingerissenen Brücke ein paar hundert Kilometer von hier. Ein gesunder, mächtiger Baum, ob klein oder groß, der wieder ausschlägt, seine Natur dem Frühling entgegenreckt; davor drängt sich wie eine Schwade das Bild eines gespaltenen, verkohlten Baumes inmitten brennenden Schutts. Hier: Menschen unter blauem Himmel, Gesprächsfetzen aus einem Allerweltsalltag und darüber das Leid, die Tränen, die Angst oder der gewaltsame Tod, der das Leben so vieler Menschen zerstört.

Nicht, dass es nicht dauernd Krieg gäbe und wir vom Hin- und Wegsehen nicht ganz schwindlig wären.

Doch auf einmal sind wir in fast direkter Nachbarschaft, der Schrecken greift um so heftiger zu und bläst uns an. Niemand kann mehr wegschauen und unberührt bleiben! 
Mit einem Mal sind alle unsere Probleme Luxusprobleme; doch waren sie das nicht schon vorher?
Eine Ohrfeige des Erwachens in einem Weltenwahnsinn, einem Alptraum.

Jenseits von Luxusproblemen bleiben die großen Themen der Menschheit, und diese sah ich nun in meinem Bild: Glaube, Liebe, Hoffnung. Ich entschied mich für diesen Titel nach der Tragödie Ödön von Horváths mit Untertitel „Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern“.
Während in Horváths Stück die Protagonistin Elisabeth Glaube, Liebe und Hoffnung verliert und zugrunde geht, bleibt das Bibelzitat aus einem Paulusbrief:

 „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ 


Campact.de




Beim Glauben, Lieben und Hoffen darf es im Alltag nicht bleiben:
Spenden, helfen und aktiv werden!

Zum Beispiel:



Dienstag, 1. Februar 2022

Requiem für einen Kater

 







Requiem für einen Kater - Le pas de chat noir - Gouache und scharze Tusche auf Leinwandpapier, 140 x 280 cm, Januar 2022




Requiem II - Gouache und schwarze Tusche auf Leinwandpapier,

140 x 140 cm, Januar 2022

 

Le pas de chat noir