evawal
Donnerstag, 1. Januar 2026
Sonntag, 28. Dezember 2025
Das Gänseliesel-Café in Göttingen
Der Raum ist voller Reden und Schwatzen. Es sind Menschen, Leute, Personen; eine Gattung, eine Spezies, die isst, trinkt, schwatzt oder ruft - wie die Kinder, die sich unterhalb des Cafés im Riesenrad amüsieren. Es ist ein kleines Riesenrad, etwa ein Zwergen-Riesenrad; ich lese die Nummern eins bis acht an den gemütlich schaukelnden Kabinen. Der Rahmen ist mit leuchtenden Glühbirnen besetzt, wie mit Knöpfen. Das Rad hält an, alle Kinder raus, kurz drehen sich die Kabinen, als würden sie erleichtert ausatmen und auspendeln, dann füllen sie sich mit neuen Kindern. Freudig gelassen schaukeln sie vorwärts und rückwärts auf der Fahrt, die einen vertikalen Kreis in die Luft malt. Eine indische Gottheit, der achtarmige Shiva im Weltenrad bei der Morgengymnastik; aufrecht, immer schön locker in den Gelenken.
Immer neue Kinder nimmt er auf für ein paar Runden an seinen Götterarmen.
Hier oben, etwa in halber Höhe dieser Weihnachtsmarkt-Attraktion und mit direktem Blick auf sie, sitze ich im beliebten Gänseliesel-Café. Hier trifft sich am Montagmorgen die ältere Generation zum Frühstück. Es ist gemütlich und riecht nach warmem Kaffee und Kakao, Waffeln, Vanille, Sahne und Zucker, wenn man letztere riechen könnte.
Auch die Älteren sind aufgeregt, angeregt, ihre Stimmen nicht mehr so hoch und schrill; tiefer, ruhiger, als würden sie im Laufe des Lebens allmählich zur Erde sinken. Doch es liegt eine Fröhlichkeit zwischen den Tischen und in den Gerüchen und Stimmen; man könnte meinen, die Stimmen dufteten nach Vanille und Sahne, und der Kaffee-Geruch klänge nach Geschwätz und Gelächter.
Rotweißkarierte Vorhänge bedecken die oberen zwei handbreit der Fensterreihe, leicht gewellt, gerüscht. Darunter halb verblichene Weihnachtsaufkleber an den Scheiben und Schmuck: Herzen, Sterne, einige Tassen und Weingläser kopfüber aufgehängt.
Geschirr klappert, das Riesenrad summt, nur noch eine Kabine ist besetzt, der Andrang vorbei. Neue Menschen kommen durch die Tür, betreten das Gänseliesel-Café. Mit beschlagenen Brillengläsern treten sie an den Nachbartisch, begrüßen die Bekannten.
Das Café ist im Halbrund an die Kirchenmauer geschmiegt, welche man durch die Scheiben hinter der Theke sieht. Neben dem Ausgang drehen sich die Kuchenplatten einer Étagère horizontal, ein einsames Kuchenstück fährt mit. Dreht seine Runden neben Shivas blinkenden Armen, an denen die Kabinen nun schaukeln wie leere Einkaufskörbe. Oder die Körbe vergangener Blumenmädchen; solchen wie der Gänseliesel, die über und über von Blumen umgeben den Brunnen ziert, gleich neben dem Riesenrad. Nicht nur zur Weihnachtszeit wartete sie hier auf Küsse von Studenten, die in Göttingen ihr Studium aufnehmen wollten; so war es Brauch seit Errichtung des Brunnens im Jahre 1901. Zeugnis der guten alten Zeit, als Studierende nun mal männlich waren und ein Gänselieselchen nun mal verfügbar. Doch das hat sich bis heute geändert: Doktorand:innen beider Geschlechter kommen heutzutage mit geschmückten Bollerwagen und Doktorhüten zum Brunnen und besteigen ihn zum Gänseliesel-Kuss, bringen Blumen als Dankeschön für ihr Glück; auch, wenn ein „Kuss-Verbot“ von 1926 eigentlich sogar heute noch gilt.
Es ist weltberühmt, „das Gänseliesel“, in Japan gibt es eine Nachbildung von ihm, doch heute steht es im Museum nach soviel überstandenen Liebesbezeugungen wie leider auch Schändungen. So steht am Brunnen seit 1990 eine Kopie; doch was soll‘s.
Die neue und die alte Welt, die Horizontale und die Vertikale, greifen sie nicht ineinander, bilden sie nicht die kosmische, universelle Ordnung ab, Einheit und Harmonie?
Doch dafür bräuchten sie eine gemeinsame Mitte: die Kirche, die Kuchenplatte, das „Wiener Hochrad“ auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt und der Gänseliesel-Brunnen, wo die guten alte Zeit die Gegenwart trifft.
https://www.goettingen-tourismus.de/magazin/gaenseliesel-goettingen/
Text und Fotos: (c) Eva Wal, VG Bild-Kunst
Das Café Paris in Hamburg
La Vie en Rose d’Amade
Heute spiele ich reiche Hamburgerin. Alle Jahre wieder bei einem Besuch in der Hamburger Innenstadt, zwischen schicker Innenalster und Rathausmarkt im Café Paris.
Die Atmosphäre ist immer hallig, wie in einem Schwimmbad. Dicke Fische, auch schlanke, elegante, kommen angeschwommen zur Nahrungsaufnahme, laut blubbernd, wie Lachen, wie Gespräche, während die schwarz und weiß gekleideten Bedienungen hin und her gleiten, Musik und Lärm machen mit Tellergeklapper und Besteck, dsching dsching dsching.
Leuchtbirnen, leuchtende Saugnäpfe an Keramik-Krakenarmen scheinen von der Fin de Siècle - Deckenwölbung des kultigen Cafés; Dennoch ist das Licht sanft, ein unaufdringlicher Schein von den gekachelten Bändern an der Decke mit einer Art Flechtmuster wie von einem Strickpullover.
Über mir schwebt das Abbild eines prallgefüllten Apfelbaums am oberen Rand eines gekachelten Ovals. Zwei barbusige, füllige Frauen repräsentieren zur Rechten die Landwirtschaft, zur Linken die Industrie. Gelassen sitzen sie da, die Hände geöffnet, Äpfel im Schoß oder einen Hammer in der Hand, eine Weizengarbe mit Kornblumen geschmückt oder ein geschmiedetes Maschinenrad empfangend von fast nackten Knaben zu ihren Füßen. Weiter vorne prangen Bilder für Schifffahrt und Handel in einem weiteren Oval. Unbescholten hat das Jugendstil-Deko seit Café-Gründung 1882, was in stolz gerundeten, mint-farbigen Lettern wie von Lebkuchen an der Stirnwand prangt, die Geschichte überstanden, auch den Nationalsozialismus in den 1930er und 40er-Jahren. Jetzt schreiben wir das Jahr 2025. Statt der Bohème der 1920er-Jahre verkehrt hier nun die Bourgeoisie der 2020er. Ich führe eher die Tradition der Bohème fort, mein Besuch kein Geschäftsessen, keine Verabredung, mein Interesse gilt dem künstlerischen Flair zwischen Schwimmbad und Croque Monsieur, den Spuren der Kunstschaffenden, Stämmgästen wie Ernest Hemingway und Henry Miller, die hier Widmungen hinterließen. Heute noch werden sie aufgelegt, in dunklem Grün prangen ihre Handschriften auf den Papiertischdecken. Ein Verbrauchsmaterial, jeden Tag hundertfach benutzt, verschmutzt und weggeworfen. Außer von mir. Eines dieser Artefakte hängt zuhause an meinem Schrank, seit vielen Jahren schon. Nostalgie pur.
Heute schlürfe ich laut meine Bretonische Fischsuppe, das billigste Gericht. Zusammen mit Baguette, Aioli und leicht gesalzener Butter sättigt es mich vollständig. Mein Schlürfen sollte unüberhörbar sein, geht aber unter in der dröhnenden Akustik. Ich studiere die Tischauflage, entdecke neben Hemingway und Miller ein Gedicht des weniger bekannten Louis Amade… Soll auch ich hier dichten und signieren, pfeifen wie die Piaf in die Rosenranken um die gekachelten Ovale an der Aquariumsdecke? Au Aquarium, Eva Wal aka Maria Valewa, Decembre 2025… Au Bohéme, Voilà!
Ich beobachte: weniger Liebespaare als Männer und Männer, Frauen und Frauen treffen sich hier zwanglos zum Mittagessen. Ich sitze am Eingang, an einem kleinen Tisch. Wenn jemand hereinkommt, zieht es. Gut, denn es ist ein sehr milder Dezembertag, für den ich viel zu warm angezogen bin. Als käme ich aus einem Künstlerzimmer im unbeheizten Dachgeschoss, durch das es möglichweise noch hereinregnet. Eh bien!
Ich sitze hier satt und sicher. Wer jetzt noch kommt und nicht reserviert hat, wird abgewiesen.
Nach dem Essen noch ein kleines Bier, hell und leicht, ein Gallopin. Eben habe ich gelernt, dass besagter Louis Amade Kriminologe in Montpellier und Schriftsteller war. Mit Liedtexten für Edith Piaf hatte er seinen Durchbruch, und, „L’importance, c’est la rose“, es wurde sogar eine Rose nach ihm gezüchtet wurde. Die Amade-Rose muss es dann wohl sein, welche auch unser Café Paris ziert an der gekachelten Decke, rosa auf mokkaweiß. Auf Wikipedia lese ich: Große, sich locker öffnende Blüten mit schönen, fliederförmigen Staubbeuteln und würzigem Duft mit Anis Noten.
Mein nächster Wunsch im brechend vollen Café ist „zahlen, bitte“. „Sehr gerne“, wird mir dies prompt erfüllt. Zusammen mit der Rechnung zirkelt der schöne Ober das Reserviert-Kärtchen auf den Tisch mit Schwung und schwungvollem „Bis zum nächsten Mal“.
Kennen Sie eigentlich Louis Amade?
Text und Fotos, (c) Eva Wal, VG Bild-Kunst
Freitag, 26. Dezember 2025
Morgenvogel
Der Morgen zündet seinen Himmel an über dem frostverkrusteten Dorf. Farben strömen herbei, unmerklich ihr Kommen. Sie sind da, erschienen. Kamen zart, wurden kräftig und klar, bilden nun Fläche und Struktur. Der Flug eines Vogels, seine bewegte Form an der Himmelsfläche, ist konkret. Der Gedanke daran abstrakt. Kann ein Gedanke nur Gedanke sein?
Losgelöst von direktem Bezug zu Alltagsgedanken, ist der Anblick eines Vogelflugs doch von tiefer Bedeutung, von elementarer Verbindung für mein Leben und weist weit über den Moment hinaus. Wohin?, frage ich in den Dezembermorgen.
Die Zweige und Äste des toten Baums auf dem Nachbargrundstück zeigen genau sein Leben an. Alles Geschehen hat sich in seinem Wuchs, seiner Gestalt und Beschaffenheit manifestiert.
Betrachtungen im Schein vieler Kerzen und einiger Gambenstriche im frühen Morgen; die Helligkeit breitet sich erst langsam aus, steigt wie eine Flut, bis die Sonne das Monopol hat und alle Nuancen verdrängt. Der Kerzenschein aber bleibt hier drinnen, eine jede Kerze ein flammendes Gewächs, eine Blume, ein Baum in meinem Universum.
Winterruhe, das Leben eingerollt um mich herum wie eine wohlig schlafende Katze; ein Tier voller Wärme, mit Fell überzogen und ein Freund; schnurrend, und manchmal zuckt ein Ohr im Schlaf.
Der Schulbus fährt durchs Dorf. Wenige Schüler drängen sich auf den hinteren Sitzen. Der Bus nimmt die Gedanken mit an den Alltag, den Beruf, meine Kraft. Sie liegt in der Welt. Im Leben hat sie sich verteilt, sie liegt hinter mir. Vor mir liegen nur noch Muße und Betrachtung. Was werde ich noch erschaffen außer Atemblumen? Abstrakt, konkret, ephemer, doch auch dinglich wie der Vogelflug.
Und die Worte, dies zu bezeugen, springen von den Klippen meiner Finger; ein Flug, ein Tauchgang durch Tinte und Stift aufs Papier… und schon ist der Gedanke ein Wort. Gezeichnet in Schrift wie die Äste eines Baumes, tot oder lebendig. In den Zweigen der Morgenvogel.
(c) Eva Wal, VG Bild-Kunst
Dienstag, 23. Dezember 2025
Dezemberleuchten
Drei Gedichte von der Nordseeinsel Baltrum
Abend
Der Himmel trug rosa Streifen
Zwei Rehe standen einträchtig
nebeneinander auf einer Düne
Unser Weg war ausgelegt mit einem
glänzenden Teppich aus Moos
An seinen Rändern zu beiden Seiten
leuchteten die letzten roten Beeren
und warteten auf Wintervögel
Wir hatten keine Eile fügten uns zu einer
Abendeintracht auf diesem Weg
Die Sonne wuchs zu enormer Größe
Sie musste sinken wie aus Blei
Eine gefährliche Scheibe ein
Tor in den verklärten Himmel aus
flüssigem Glas
Ein Schiff fuhr auf das Sonnentor zu
Es trug eine Urne – ich war darin
eingekauert – wollte mich
versöhnen mit den Elementen
wieder zusammenfügen verschmelzen
was durch das fortwährende Denken
abhanden gekommen war ganz
zersplittert war ich bevor ich
mich zusammengesammelt hatte und
in die Urne gekrochen war
Doch wie ich darinnen eingeschlossen wurde
war ich in allem und alles war in mir
Vogelflug Brausen Branden und ein feines
Fiepen im Schilf… ach und das Rosa im
Himmel vor dem die Rehe standen und dachten
nichts.
Spaziergang am Meer
Falbes Schilf, Gänse darin wie Kegel und die Sonne ist Bestimmerin; holt die Winde, zaubert Schaumkronen, pfeift und pustet Sandfahnen am Strand entlang, dem Saum des Meeres; Drachen, Abgesandte mit peitschenden Schweifen und Schwertern aus Schilf; die Sonne ist eine Uhr aus Blei, das Feuer verschlingt die Zeit und der Raum dehnt und dehnt sich; mit kundigen Fingern türmt er Muscheln auf der Rückseite der Welt, wo die Mondin sich in ihrem Spiegel betrachtet; sie ist gealtert, doch schmückt sie sich mit den weißen Juwelen; eine Göttin ist immer schön…
Auf den dunklen Wiesen liegt ein Geschnatter, das geht bis in die Nacht, wo Sonne und Mondin eins sind in Licht und Glanz; In ihren Händen drehen sie die Welt wie eine von Wind und Wasser geschliffene Formation.
Am Meer
Der Abend leuchtet, die Pfützen gleißen, die Fenster der leeren, als ob unbewohnten Häuser stehen in Flammen; der Himmel hat übernommen und sein Feuer geschickt: als Leuchten in Gold, Platin und allen Tönen von Rot. Im Dämmerlicht tummeln sich Fasane und Kaninchen, eilen hin und her, als hätten sie noch Besorgungen zu machen. Die Vögel, ferner, von weiter her, bilden einen Schnatterteppich. Alles, alles habe ich in mich aufgesogen; sitze nun in der gemütlichen Dachkammer, aufrecht im Bett, an Kissen gelehnt, schreibend und müßig wie eine faule Studentin, so scheint’s, während von unten der Duft frisch gebratener Pfannkuchen heraufsteigt mit Kaffee. Von draußen dröhnt es sanft herein, durch einen Spalt des geöffneten Fensters; eine Gewalt ohne Wut, eine geöffnete Faust, eine offene Hand, aus der die Elemente und Geschöpfe strömen.
So saßen sie heute Morgen auf unserem Weg, als wären sie dort noch nie gestört worden; die Gänse, die Möwen. Das Wasser ruht in seinen Vertiefungen, den Mulden, Pfützen und bleibt liegen, während alles Gefiederte sich erhebt, klagt und flieht, wenn wir nahen mit unseren gestiefelten Doppelfüßen.
Alles ist in Gold getaucht; kein Mensch weit und breit.
Wir erreichten das Ende der Salzwiesen, die Dünen, das Meer. Die tropfengeschmückte Feder, die ich vor zwei Tagen hier fotografierte, liegt an derselben Stelle; sie erinnert mich an Dinge, die bleiben, während die Vögel in Scharen sich erheben, erheben, erheben unter Pfeifen und Schwirren und das Schilf leuchtet, als könne es gute Laune haben – wer weiß es schon – leide etwa nur ich unter launischer Gereiztheit? Heute löst sie sich alchimistisch auf, verwandelt sich in Entzücken und Jubel. Aus der Tiefe steigt er, verliert mit jedem Schritt in die Höhe an Schwere und Dunkelheit; verlässt sie, als wüsste diese neue Hochstimmung zu singen vom Bleiben und Verlieren, vom Ruhen und Fortziehen, oder als wüsste sie gar zu berichten vom Schwimmen in der eiskalten See: sieh‘ da, ein Seehundkopf taucht aus den Fluten, schaukelt munter auf und ab durch das gekräuselte, juwelenbesetze Blau des Wassers… Ja, nur die Oberfläche sehen wir von hier aus am Stand, dem wir unsere Spuren eindrücken für eine Zeit wenigstens und ja, doch auch wir Menschenwesen, so weit entfernt in unserer Art von Vögeln, Robben und Schilf sind doch Geschöpfe… einst strömten wir alle zusammen aus dieser einen geöffneten Hand über dem Horizont.
(c) Eva Wal, VG Bild-Kunst
Montag, 24. November 2025
In den Dingen
Ich höre und sehe einige Sterne
Immer mehr Sterne kommen
Die Poesie ist in den Dingen
Sie hat einen hellen Rand und dunkle Augen
Die Poesie ist nicht menschengemacht
Sie ist mein kostbarster, zartester Flügel
Wie ich mich drehe, endlich,
nächtlich, sternenweit;
entfernt von Worten, durch Menschenhand gedrechselt
Ich bin die hörende Stimme
in der Nacht
Ich sehe die Dinge an
Bin auf Kontinenten
meiner Liebe meiner Wurzeln
meiner Flügel
Bin hier auf meiner Scholle in allen Farben
Meine alte Dame umhüllt mich hält mich
Meine alte Dame aus hölzernem Ständerwerk und Lehm
Ich wähle aus, frage die Dinge: warum bleibt ihr so lange?
Was wollt ihr von mir? Was will ich von euch?
Erinnerungen stehen in allen Räumen
Da draußen Himmel und Horizont
Was wäre der Wald ohne Bäume?
Zwei Gedichte von mir mit (unbearbeiteten) Fotos von Franka Leehr (c) von Dingen, die mit mir in meinem alten Fachwerkhaus leben. Schnitzereien, Tonkopf, Masken, Malereien sind künstlerische (Er)Zeugnisse meines Lebens, andere Dinge gesellen sich dazu: Pflanzen, Farben, Pinsel, Bücher, Schmuck. Sie stehen in lebendiger Beziehung miteinander und zu mir; eine durch und durch belebte Welt.
Und so singe ich mit dem romantischen Dichter Joseph von Eichendorff :
Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort
Und die Welt hebt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort.
Sonntag, 2. November 2025
Bätteratem
Fast
werde ich ruhig wenn die Äpfel
fallen und duften nach süßem
Verfall - fast
werde ich ruhig wenn meine Füße
durchs dunkelgelbe Laub
fahren im warmen Wald und
fast werde ich ruhig wenn ich auf
der Weide meiner Imagination
stehe voller Bilder großartiger
Geschenke aus meiner Weltenquelle
Leuchtkraft verdichtet zu Wort und Klang eine
Wolke die mich beruhigt – fast und
fast - fast beruhigt sich mein
Atem wenn die Farben fließen in der
Nacht und immer fast
schlafe ich und träume vom
Leben in deiner ruhigen Hand.
Herbstbild
Gouache auf Papier, 160 x 73 cm
(c) Eva Wal, VG Bild























